Wer für NIS-2, DORA oder den EU AI Act eine Softwarelösung sucht, landet schnell bei heyData, Kertos oder ähnlichen Anbietern. Die Werbeversprechen ähneln sich: Automatisierung, KI-gestützt, audit-bereit in wenigen Wochen. Der Unterschied zeigt sich erst beim genaueren Hinsehen – bei Preisen, bei der zugrunde liegenden Architektur, und bei der Frage, wie stabil der Anbieter selbst aufgestellt ist.

BAM Enterprise verfolgt einen anderen Ansatz als die genannten Wettbewerber: ein offen einsehbares Kern-Datenmodell, ein von Anfang an genannter Preis, und ein Geschäftsmodell ohne Abhängigkeit von externen Finanzierungsrunden.

Drei unterschiedliche Ansätze

Der deutsche Compliance-Softwaremarkt hat sich ausdifferenziert. Grob lassen sich drei Philosophien unterscheiden: Enterprise-Automatisierung mit individuellem Angebot, Software kombiniert mit persönlicher Beratung, und ein offener Kern mit transparentem Preis.

KriteriumBAM EnterpriseheyDataKertos
Frameworks8 (NIS-2, DORA, CRA, AI Act, DSGVO, ISO 27001, ISO 42001, Cyber Solidarity Act)DSGVO, NIS2, ISO 27001, EU AI ActISO 27001, SOC2, AI Act, DSGVO, NIS2, TISAX, DORA
Einstiegspreis49 EUR/Monatab 89 EUR/Monatauf Anfrage
Setup0 EUR, mit Onboarding-Call und Gap-Analyseim Paket enthaltenindividuell
ArchitekturDedizierte Instanz pro Kunde, kein Multi-TenantSaaS-PlattformSaaS-Plattform mit KI-Agenten
Kern-DatenmodellOffen (AGPLv3 + CC BY-SA 4.0), auf GitHub einsehbargeschlossengeschlossen
Vertragsbindungmonatlich kündbarje nach Paketindividuell verhandelt

Einordnung

Jeder dieser Ansätze hat seine Berechtigung, je nachdem, ob ein Unternehmen persönliche Betreuung, maximale Automatisierung oder Kostenkontrolle mit Einsicht in die zugrunde liegende Logik sucht. Dieser Vergleich bewertet keine Produktqualität, sondern stellt Fakten gegenüber.

Ein Aspekt, der selten betrachtet wird: die wirtschaftliche Basis der Anbieter

Ein Compliance-Tool wird selten für ein Jahr eingeführt. Dokumentation, Schulung und interne Prozesse werden auf die gewählte Plattform zugeschnitten. Wechselt ein Anbieter das Geschäftsmodell oder wird übernommen, entsteht für den Kunden ein Migrationsaufwand, der die ursprüngliche Kostenersparnis schnell aufzehren kann.

Wie bei vielen jungen, venture-capital-finanzierten Softwareunternehmen zeigen die öffentlich beim Bundesanzeiger einsehbaren Jahresabschlüsse von heyData und Kertos ein für diese Finanzierungsform typisches Muster: hohe Anfangsverluste, die bewusst in Wachstum statt in Profitabilität investiert werden, und eine Abhängigkeit von wiederkehrenden externen Finanzierungsrunden. Beide Unternehmen haben zwischenzeitlich neues Kapital eingesammelt, was die Liquidität kurzfristig sichert.

BAM Enterprise ist demgegenüber eigenfinanziert und ohne Investorenabhängigkeit kalkuliert. Für Unternehmen, die eine langfristige Software-Entscheidung treffen, kann die finanzielle Unabhängigkeit des Anbieters neben Funktionsumfang und Preis ein relevantes zusätzliches Auswahlkriterium sein.

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Worauf es bei der Anbieterwahl ankommt

Neben Funktionsumfang und Preis lohnt sich der Blick auf drei Fragen: Wie transparent kommuniziert der Anbieter seine Preise? Wie einsehbar ist die zugrunde liegende Logik der Software? Und wie ist der Anbieter selbst wirtschaftlich aufgestellt? Alle drei Fragen lassen sich mit öffentlich zugänglichen Quellen beantworten, ohne ein einziges Verkaufsgespräch führen zu müssen.

Selbsttest · Anbieterwahl

Welche Quelle liefert die verlässlichste Information über die wirtschaftliche Stabilität eines Compliance-Software-Anbieters?

Wer maximale Automatisierung und ein großes Entwicklungsbudget im Hintergrund sucht, findet bei Kertos ein leistungsfähiges Angebot. Wer Software mit persönlicher juristischer Beratung kombinieren möchte, ist bei heyData gut aufgehoben. Wer einen transparenten Preis, ein offen einsehbares Kern-Datenmodell und einen eigenfinanzierten Anbieter sucht, findet das bei BAM Enterprise. Alle drei Wege sind legitim – die Entscheidung hängt davon ab, welches Kriterium für das eigene Unternehmen am schwersten wiegt.