Compliance-Lexikon · Technik
Configuration Management
[ˌkɒnfɪɡəˈreɪʃn ˈmænɪdʒmənt] · auch: Konfigurationsmanagement, CMDB, Configuration Control
Configuration Management bezeichnet den Prozess der systematischen Erfassung, Kontrolle und Überwachung aller Konfigurationselemente (CIs) einer IT-Infrastruktur – einschliesslich Baseline-Dokumentation, Change Control und Konfigurationsaudit als Grundlage für Sicherheit und Compliance.
Warum Configuration Management ein Kern-Technikbegriff der IT-Compliance ist
Configuration Management ist eine technische Sicherheitsmassnahme, die in allen wesentlichen Compliance-Frameworks als Anforderung oder Best Practice gelistet ist. ISO 27001, NIS-2 und DORA setzen Configuration Management voraus – nicht als optionales Extra, sondern als Grundbestandteil eines wirksamen Sicherheitsprogramms. Im Audit wird geprüft, ob die Massnahme implementiert ist, ob sie wirksam konfiguriert ist und ob die Wirksamkeit nachgewiesen werden kann.
Wo Configuration Management gefordert wird
| Framework | Referenz | Anforderung |
|---|---|---|
| ISO 27001:2022 | A.8.9 | Konfigurationsmanagement: Explizite Kontrollanforderung fuer Systemkonfigurationen. |
| ITIL 4 | Change and Release Management | Konfigurationsmanagement als ITIL-Kernprozess. |
| NIS-2 / BSIG | § 30 Abs. 2 | Systemkonfigurationen als Teil der technischen Sicherheitsmassnahmen. |
| CIS Controls v8 | Control 4 | Secure Configuration: Konfigurationsmanagement als einer der wirkungsvollsten CIS-Controls. |
| DORA | Art. 8 | IKT-Asset-Inventar: Konfigurationsmanagement als Grundlage fuer vollständige Asset-Erfassung. |
BAM-Objektreferenz
Häufige Audit-Fehler
- Massnahme implementiert, aber Konfiguration nicht dokumentiert
- Wirksamkeit nicht regelmässig geprueft – Drift von der Baseline unbemerkt
- Abdeckung unvollständig – nicht alle relevanten Systeme einbezogen
- Kein Nachweis der Massnahmenwirksamkeit für den Auditor
Policy as Code: Technische Massnahmen als pruefbare Artefakte
Der Leitgedanke dieser Kategorie ist Policy as Code: Sicherheitsanforderungen werden nicht nur als Richtlinien dokumentiert, sondern als technische Konfigurationen implementiert, die automatisch pruefbar sind. Für Configuration Management bedeutet das: Die Konfiguration ist versioniert, die Wirksamkeit wird kontinuierlich gemessen und die Ergebnisse werden als Evidence archiviert. Das macht den Abstand zwischen Richtlinie und Wirklichkeit sichtbar – und schliesst ihn systematisch.
Abdeckung und Ausnahmen
Vollständige Abdeckung aller relevanten Systeme ist der kritische Punkt: Eine Massnahme, die 95 Prozent der Systeme schutzt, hinterlasst fünf Prozent als Einstiegspunkte. Ausnahmen (Legacy-Systeme, OT, Testsysteme) muessen explizit dokumentiert und mit Kompensationsmassnahmen oder risikoakzeptierten Restrisiken versehen sein. Undokumentierte Ausnahmen sind im Audit stets ein Befund.
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Configuration Management in der Praxis: Konfiguration, Abdeckung und Evidence
Was Auditoren bei Configuration Management konkret pruefen und welche Evidence benoetigt wird.