Compliance-Lexikon · DORA
Digitale Betriebsstabilitaet – Praxis
Digitale Betriebsstabilitaet wird von Auditoren nicht danach bewertet, ob das Thema bekannt ist, sondern ob eine belastbare, datierte Umsetzung nachweisbar ist. Dieser Artikel zeigt, was konkret vorzubereiten ist.
Was Auditoren konkret prüfen
Der Auditor erwartet keinen theoretischen Idealzustand, sondern einen nachvollziehbaren Prozess mit Verantwortlichkeiten, Fristen und Nachweisen. Kann die Organisation belegen, dass IKT-Systeme auch bei Störungen die Kernfunktionen innerhalb definierter Wiederanlaufzeiten aufrechterhalten?
Häufige Fehler in der Praxis
- Wiederanlaufziele existieren nur für einzelne Systeme, nicht für Geschäftsprozesse
- Resilienztests finden statt, werden aber nicht gegen die definierten Ziele ausgewertet
- Abhängigkeiten zu IKT-Drittdienstleistern fließen nicht in die Betriebsstabilitätsplanung ein
Praxis-Tipp
Digitale Betriebsstabilität wird an Geschäftsprozessen gemessen, nicht an einzelnen Servern. Ein Wiederanlaufziel für „Zahlungsabwicklung“ ist aussagekräftiger als eines für „Datenbankserver 3“.
Die fünf Säulen von DORA
Digitale Betriebsstabilität ist das übergeordnete Ziel von DORA und stützt sich auf fünf Säulen: IKT-Risikomanagement, Meldung von IKT-Vorfällen, Testen der digitalen Resilienz, Management von Risiken durch IKT-Drittparteien und Informationsaustausch. Alle vier operativen Säulen dienen dem Ziel der Betriebsstabilität.
Evidence-Anforderungen im Audit
Vorzulegen sind in der Regel: Dokumentierte Wiederanlaufziele, Testprotokolle der letzten Resilienztests, Business-Impact-Analyse. Eine strukturierte Ablage dieser Nachweise erspart im Audit-Fall zeitraubende Nachrecherchen.
Nächster Schritt
Compliance-Stresstest starten
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Die strategische Einordnung – warum Digitale Betriebsstabilitaet über die technische Umsetzung hinaus Bedeutung hat – findet sich auf Ebene 3.