Compliance-Lexikon · CRA

Secure by Design

auch: Security by Design

Secure by Design ist das Prinzip, Sicherheitsanforderungen von Beginn an in die Produktentwicklung zu integrieren - statt sie nachtraeglich zu ergaenzen - und nach dem Cyber Resilience Act eine explizite Pflichtanforderung an Hersteller von Produkten mit digitalen Elementen ueber den gesamten Produktlebenszyklus.

Warum Secure by Design vom Nice-to-have zur Rechtspflicht wird

Bislang war Secure by Design eine Best Practice, die Organisationen freiwillig umsetzten. Der CRA macht daraus eine Rechtspflicht: Hersteller von Produkten mit digitalen Elementen muessen nachweisen, dass Sicherheitsanforderungen systematisch in Entwurf, Entwicklung und Produktion integriert wurden - mit Secure-by-Default-Konfigurationen, minimaler Angriffsflaeche und dokumentierten Sicherheitsentscheidungen.

Wo Secure by Design gefordert wird

FrameworkReferenzAnforderung
CRAArt. 10Pflichten der Hersteller: Secure by Design und Secure by Default als zentrale Grundsaetze.
CRAAnhang I Teil IWesentliche Cybersicherheitsanforderungen mit Secure-by-Design-Prinzipien.
ENISASecure by Design GuidelinesEuropaeische technische Leitlinien zur Umsetzung von Secure by Design.
NIST SP 800-218vollstaendigSecure Software Development Framework als methodische Grundlage.
CISASecure by Design PledgeUS-Initiative mit vergleichbaren freiwilligen Selbstverpflichtungen grosser Hersteller.

BAM-Objektreferenz

BAM-Objekt CRA-SBD-01
BeschreibungSecure by Design mit dokumentierten Sicherheitsanforderungen in der Produktentwicklung

Haeufige Fehler

  • Sicherheit als nachtraeglicher Pruefschritt statt integriertem Entwurfsprinzip behandelt
  • Keine dokumentierten Sicherheitsanforderungen in der Produktspezifikation
  • Standardkonfigurationen unsicher (Default-Passwoerter, offene Ports)
  • Keine Nachweisdokumentation fuer die Konformitaetsbewertung

Secure-by-Default als Kernprinzip

Secure by Design umfasst auch Secure by Default: Produkte muessen in ihrer Standardkonfiguration sicher sein, ohne dass der Nutzer aktiv Sicherheitseinstellungen vornehmen muss. Das bedeutet konkret: Keine Standardpasswoerter, automatische Sicherheitsupdates standardmaessig aktiviert, unnoetige Dienste und Schnittstellen standardmaessig deaktiviert. Diese Prinzipien muessen ueber den gesamten Produktlebenszyklus dokumentiert und nachweisbar sein.

Naechster Schritt

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