Compliance-Lexikon · Technik
Cloud Security
[klaʊd sɪˈkjʊərɪti] · auch: Cloud-Sicherheit, Cloud-Schutz, Cloud-Compliance
Cloud Security bezeichnet die Gesamtheit der Sicherheitsmassnahmen, Richtlinien und Technologien, die Daten, Anwendungen und Infrastruktur in Cloud-Umgebungen schützen – unter Berücksichtigung des Shared-Responsibility-Modells zwischen Cloud-Anbieter und Nutzer.
Warum Cloud Security ein Kern-Technikbegriff der IT-Compliance ist
Cloud Security ist eine technische Sicherheitsmassnahme, die in allen wesentlichen Compliance-Frameworks als Anforderung oder Best Practice gelistet ist. ISO 27001, NIS-2 und DORA setzen Cloud Security voraus – nicht als optionales Extra, sondern als Grundbestandteil eines wirksamen Sicherheitsprogramms. Im Audit wird geprüft, ob die Massnahme implementiert ist, ob sie wirksam konfiguriert ist und ob die Wirksamkeit nachgewiesen werden kann.
Wo Cloud Security gefordert wird
| Framework | Referenz | Anforderung |
|---|---|---|
| ISO 27017 | vollständig | Informationssicherheitskontrollen für Cloud-Dienste: Ergaenzungsstandard zu ISO 27001 fuer Cloud. |
| CSA CCM | vollständig | Cloud Security Alliance Cloud Controls Matrix: Spezifischer Kontrollrahmen fuer Cloud-Sicherheit. |
| NIS-2 / BSIG | § 30 Abs. 2 | Cloud-Dienste als Teil der IKT-Sicherheitsanforderungen wesentlicher Einrichtungen. |
| DORA | Art. 28 | Cloud-Anbieter als IKT-Drittanbieter: Besondere Anforderungen an Cloud-Nutzung im Finanzsektor. |
| DSGVO | Art. 28 / Art. 44 | Cloud-Anbieter als Auftragsverarbeiter: AVV und Drittlandspruefung als Pflicht. |
BAM-Objektreferenz
Häufige Audit-Fehler
- Massnahme implementiert, aber Konfiguration nicht dokumentiert
- Wirksamkeit nicht regelmässig geprueft – Drift von der Baseline unbemerkt
- Abdeckung unvollständig – nicht alle relevanten Systeme einbezogen
- Kein Nachweis der Massnahmenwirksamkeit für den Auditor
Policy as Code: Technische Massnahmen als pruefbare Artefakte
Der Leitgedanke dieser Kategorie ist Policy as Code: Sicherheitsanforderungen werden nicht nur als Richtlinien dokumentiert, sondern als technische Konfigurationen implementiert, die automatisch pruefbar sind. Für Cloud Security bedeutet das: Die Konfiguration ist versioniert, die Wirksamkeit wird kontinuierlich gemessen und die Ergebnisse werden als Evidence archiviert. Das macht den Abstand zwischen Richtlinie und Wirklichkeit sichtbar – und schliesst ihn systematisch.
Abdeckung und Ausnahmen
Vollständige Abdeckung aller relevanten Systeme ist der kritische Punkt: Eine Massnahme, die 95 Prozent der Systeme schutzt, hinterlasst fünf Prozent als Einstiegspunkte. Ausnahmen (Legacy-Systeme, OT, Testsysteme) muessen explizit dokumentiert und mit Kompensationsmassnahmen oder risikoakzeptierten Restrisiken versehen sein. Undokumentierte Ausnahmen sind im Audit stets ein Befund.
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Cloud Security in der Praxis: Konfiguration, Abdeckung und Evidence
Was Auditoren bei Cloud Security konkret pruefen und welche Evidence benoetigt wird.