Compliance-Lexikon · Technik

Logging & Monitoring

[ˈlɒɡɪŋ ænd ˈmɒnɪtərɪŋ] · auch: Protokollierung und Ueberwachung, SIEM

Logging und Monitoring bezeichnet die systematische Aufzeichnung sicherheitsrelevanter Ereignisse (Logging) und deren kontinuierliche Auswertung auf Anomalien und Sicherheitsvorfaelle (Monitoring) -- als Grundlage fuer Incident Detection, Incident Response und Audit-Trail-Erstellung.

Warum Logging & Monitoring wichtig ist

Ohne Logging und Monitoring bleiben Sicherheitsvorfaelle unentdeckt -- oder werden erst bemerkt, wenn der Schaden eingetreten ist. Alle massgeblichen Frameworks setzen Protokollierung und Auswertung als Grundvoraussetzung fuer Incident Detection voraus. Im Audit scheitern Organisationen haeufig daran, dass Protokolle zwar vorhanden sind, aber nicht ausgewertet werden -- oder dass Aufbewahrungsfristen nicht eingehalten werden.

Wo Logging & Monitoring gefordert wird

FrameworkReferenzAnforderung
ISO 27001:2022A.8.15 / A.8.16Protokollierung von Ereignissen und Ueberwachung auf Anomalien: Protokolle muessen aufgezeichnet, geschuetzt und regelmaessig ausgewertet werden.
NIS-2 / BSIG§ 30 Abs. 2cErkennung von Sicherheitsvorfaellen als Pflichtmassnahme -- setzt Logging und Monitoring voraus.
DORAArt. 10Frueherkennung und Reaktion auf IKT-bezogene Vorfaelle: Protokollierungs- und Erkennungsmechanismen sind Mindestanforderung.
DSGVOArt. 32 / Art. 33Nachweis technischer Schutzmassnahmen und Datenpannen-Erkennung erfordern lueckenloses Logging.
BSI IT-GrundschutzOPS.1.1.5Protokollierung: Mindestanforderungen an Protokollumfang, Aufbewahrungsdauer und Auswertung.

BAM-Objektreferenz

BAM-Objekt CROSS-LM-01
BeschreibungCompliance-Objekt mit Framework-Mapping und Evidence-Anforderungen

Haeufige Audit-Fehler

  • Protokolle vorhanden, werden aber nicht ausgewertet
  • Aufbewahrungsdauer zu kurz (BSI empfiehlt mindestens 90 Tage online, 12 Monate archiviert)
  • Protokolle nicht vor Manipulation geschuetzt
  • Keine Alarmierung bei kritischen Ereignissen

Was protokolliert werden muss

ISO 27001 A.8.15 und NIS-2 fordern Protokollierung aller sicherheitsrelevanten Ereignisse: erfolgreiche und fehlgeschlagene Anmeldeversuche, Aenderungen an Benutzerrechten und Systemkonfigurationen, Zugriffe auf vertrauliche Daten, Netzwerkverbindungen an Perimeter-Systemen, Starten und Stoppen von sicherheitsrelevanten Diensten. In der Praxis hat sich ein dreistufiger Ansatz bewaehrt: grundlegende Protokollierung aller Systeme, erweiterte Protokollierung kritischer Systeme, SIEM-Integration fuer Korrelation und Alarmierung.

SIEM und automatisierte Auswertung

Ein Security Information and Event Management System (SIEM) sammelt Protokolldaten aus verschiedenen Quellen, korreliert Ereignisse und generiert Alarme. Gaengige Loesungen sind Splunk, Microsoft Sentinel, IBM QRadar und open-source-Ansaetze wie Elastic SIEM oder Wazuh. Fuer NIS-2 und DORA wird eine automatisierte Auswertung erwartet -- manuelle Protokoll-Sichtung genuegt nicht mehr.

Naechste Ebene

Logging & Monitoring in der Praxis: Audit-Anforderungen und Evidence

Was Auditoren konkret pruefen -- Umfang, Aufbewahrung, Auswertung und Evidence-Checkliste.

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