Compliance-Lexikon · Governance

Access Control

[ˈækses kənˈtrəʊl] · auch: Zugriffskontrolle, Zugriffssteuerung

Access Control bezeichnet die Gesamtheit aller technischen und organisatorischen Maßnahmen, die sicherstellen, dass ausschließlich autorisierte Personen, Prozesse und Systeme auf Informationen, Systeme und Ressourcen zugreifen können.

Warum Access Control zentral ist

Unkontrollierter Zugriff ist die häufigste Ursache für Datenschutzverletzungen und Compliance-Verstöße. Jedes Framework – von ISO 27001 bis DORA – fordert Access Control als Grundkontrolle. Ohne strukturierte Zugriffsvergabe lässt sich weder Segregation of Duties noch ein belastbares Audit Trail umsetzen.

Wo Access Control gefordert wird

FrameworkReferenzAnforderung
ISO 27001:2022A.8.3Zugriff auf Informationen und Systeme muss nach dem Need-to-know-Prinzip vergeben und dokumentiert sein.
NIS-2 / BSIG§ 30 Abs. 2dZugangs- und Zugriffskontrollen sind als technische Basismaßnahme verpflichtend.
DORAArt. 9 Abs. 2Finanzunternehmen müssen strikte Zugriffskontrollen für IKT-Systeme implementieren.
DSGVOArt. 32Geeignete technische Maßnahmen zur Sicherung personenbezogener Daten, inkl. Zugriffsbeschränkung.

BAM-Objektreferenz

BAM-Objekt GOV-AC-01
BeschreibungBerechtigungskonzept mit Rollenmodell, Access-Review-Zyklus und Nachweis privilegierter Konten

Häufige Audit-Fehler

  • Zugriffsrechte werden nach Rollenwechsel nicht entzogen (Stale Permissions)
  • Shared Accounts ohne individuelle Zuordnung
  • Keine regelmäßigen Access Reviews dokumentiert
  • Privilegierte Konten ohne MFA-Schutz

Abgrenzung: Access Control vs. Identity Management

Identity Management (IdM) befasst sich damit, wer jemand ist – also die Verwaltung digitaler Identitäten. Access Control regelt, was diese Identität darf. Beide greifen ineinander: Ein IdM-System ohne durchgesetzte Access-Control-Regeln ist ebenso wirkungslos wie Access Control ohne saubere Identitätsverwaltung. Für NIS-2 und ISO 27001 müssen beide Ebenen nachweisbar implementiert sein.

Modelle der Zugriffskontrolle

Die gängigsten Modelle sind Role-Based Access Control (RBAC), bei dem Rechte über Rollen vergeben werden, Attribute-Based Access Control (ABAC), das kontextabhängige Regeln ermöglicht, und das Prinzip der minimalen Rechtevergabe (Least Privilege). Für Audit-Zwecke ist RBAC am verbreitetsten, weil Rollenzuweisungen einfach dokumentierbar und prüfbar sind.

Nächste Ebene

Access Control implementieren: NIS-2, DORA und ISO 27001

Wie Access-Control-Konzepte strukturiert werden, was Auditoren prüfen und welche Evidence nötig ist.

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